Nyons in Frankreich: Von Oliven, Lavendel und einem tollen Markt


Nyons, Frankreich

Von diesem Ort haben wir zufällig gehört, er wurde uns von anderen empfohlen: Nyons. Wir waren sofort begeistert von dem schönen Städtchen in der Provence in Frankreich. Es scheint zu den eher unbekannten Orten zu gehören, die nicht standardmäßig von Touristen besucht werden. Mir jedenfalls war der Ort vorher unbekannt, dabei handelt es sich um ein absolutes Highlight in der Gegend.

 

Nyons: Von Oliven, Lavendel, mittelalterlichen Gebäuden und einem tollen Markt.

Nyons - Frankreich

In Nyons dreht sich alles um Oliven und Lavendel - es sei denn, es ist Donnerstag, dann dreht sich alles um den Markt. Uns wurde die Kleinstadt wegen des schönen Marktes empfohlen, der besonders groß und allein schon deswegen eine Sehenswürdigkeit ist. Stundenlang kann man hier durch die Stände schlendern und alle Arten von Produkten erwerben: Obst und Gemüse, Pasten, Wurst, Fleisch und Käse, Kleidung, Pflanzen und auch Kunsthandwerk ist vertreten.

 

Auch wir sind wegen des Marktes dorthin gefahren, waren dann aber auch von Nyons an sich sehr angetan, das deutlich mehr zu bieten hat als "nur" den Markt. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören eine römische Brücke, ein mittelalterlicher Turm, der eigentlich eine Kapelle ist, eine wunderschöne Altstadt und vieles mehr.

 

Darüber hinaus ist Nyons vor allem für schwarze Oliven, Olivenöl, Seife und Lavendel bekannt.

Lage

Nyons befindet sich in der Provence in Frankreich ungefähr 17 km nördlich von Vaison-la-Romaine und ca. 70 km nordöstlich von Avignon. Von hier nach Grignan sind es ca. 24 km. Das Städtchen mit seinen etwas über 6.000 Einwohnern liegt am Fluss Eygues im Départment Drôme und ist von Bergen umgeben.

Nyons: Der Markt

Seit dem Mittelalter finden in Nyons Märkte statt. Heutzutage findet der größte provenzalische Markt jeden Donnerstag Vormittag und jeden Sonntag statt. Sonntags allerdings nur von Mitte Mai bis Mitte September.

 

Angeboten wird alles, was man auf einem Markt anbieten kann: Natürlich gibt es jede Menge regionales Obst und Gemüse, Käse aller Art, Wurst und Fleisch, Oliven und Olivenpasten, aber auch Seife, Schmuck, Gewürze, Pflanzen, Kleidung, Taschen und vieles mehr.

Nyons Markt

Auch für Essen ist gesorgt: Wer während des Einkaufsbummels Hunger bekommt, hat hier kein Problem, etwas Leckeres zu essen zu finden. Mehrere Essensstände bieten leckere Gerichte an: Von der üblichen Pizza oder einer Portion Pommes bis hin zu frisch zubereiteter Paella ist so ziemlich alles vertreten.

 

Aber nicht nur das Angebot an Produkten ist toll, auch die Kulisse ist absolut sehenswert: Durch die Stände hindurch kann man die Berge der Umgebung sehen oder auch mittelalterliche Gebäude:

Nyons
Nyons Markt

Der Markt in Nyons ist sehr bekannt und entsprechend stark besucht, daher empfiehlt es sich, früh anzureisen. Wir waren um 10 Uhr dort - was für unsere Verhältnisse eigentlich früh ist ;-) - und mussten schon recht weit weg parken. Wir waren aber noch lange nicht die letzten Besucher. Man muss schon etwas Geduld mitbringen, wenn man an einem Donnerstag Vormittag durch das Städtchen fahren möchte. Wer einen Parkplatz sucht, muss mit einem weiten Fußweg ins Zentrum rechnen.

 

Wir hatten zum Glück unsere Fahrräder dabei, dann ist so etwas kein Problem. Wer mit dem Wohnmobil kommt: Es gibt zwar einen Wohnmobilstellplatz im Ort, dieser war am Markttag allerdings bereits voll.

 

Der Markt findet in der Altstadt statt, in der Gegend um den Place de la Libération, Place des Arcades und den umgebenden Straßen. Wer sich Richtung Altstadt begibt, kann ihn eigentlich nicht verfehlen.

Oliven, Olivenöl, Seife und Lavendel

Davon abgesehen ist Nyons vor allem für Oliven, Olivenöl, Seife und Lavendel bekannt. Sowohl die Oliven als auch der Lavendel werden in der Umgebung angebaut. In Nyons selbst kann man die entsprechenden Produkte kaufen und sich auch über die Herstellung informieren.

 

So gibt es eine Ölmühle "Les Vieux Moulins" mit Seifenfabrik und eine Lavendeldistillerie direkt am Fluss, die man besichtigen kann. Sowohl die Oliven als auch das Öl können probiert werden.

 

In der Lavendeldistillerie gibt es eine Ausstellung und einen Shop, schon von weitem kann man den Duft des Lavendels hier riechen. Leider war die Ausstellung geschlossen, als wir dort waren.

Für die Reisevorbereitung empfehle ich dir diese Bücher:
Reiseführer Provence*
Bildband Reiselust Frankreich: Die schönsten Regionen*

Sehenswürdigkeiten

Aber auch an "klassischen" Sehenswürdigkeiten fehlt es hier nicht: Es gibt zum Beispiel eine tolle römische Brücke "Pont roman", die über den Fluss Eygues führt, und als historisches Monument klassifiziert ist.

Pont Roman Nyons

Die Brücke wurde im 14. Jahrhundert erbaut, überspannt 43 m und ist 18 m hoch. Die Erbauung der Brücke hat sage und schreibe 70 Jahre gedauert! Obwohl die Erbauung bereits 1340 begann, konnte sie erst 1409 eröffnet werden. Von der Brücke hat man einen schönen Blick über den Fluss und die Kleinstadt (siehe Bild ganz oben).

 

Auch die Kirche Saint-Vicent ist recht hübsch:

Kirche Saint Vicent Nyons

Der größte Teil des Gebäudes stammt aus dem 17. Jahrhundert, allerdings standen hier zuvor mindestens drei andere Kirchen, die erste wird im Jahr 972 erwähnt.

 

Davon abgesehen ist die gesamte Altstadt äußerst sehenswert, die mit ihren schönen Plätzen, zahlreichen Restaurants, Cafés und kleinen Läden ein sehr gemütliches Flair versprüht. Besonders schön fanden wir den Platz, der Place des Arcades genannt wird, offiziell aber anscheinend Place du Dr. Bourdongle heißt.

Nyons
Nyons: Place des Arcades

Unter den Bögen kann man chillen und in Ruhe im Schatten seinen Kaffee trinken oder eines der schönen Geschäfte besuchen, bis man bereit ist, die restliche Innenstadt zu erkunden. Gemütliche, teils recht steile kleine Gassen führen von diesem Platz durch die Altstadt bis hinauf zum Tour Randonne aus dem 13. Jahrhundert, der ursprünglich als Gefängnis diente. Auch von hier bietet sich eine tolle Aussicht über die Umgebung. Der Turm wurde mittlerweile zu einer Kapelle umfunktioniert, was dann auch die Madonnenstatue auf der Spitze erklärt.

Tour Randonne

Die Straßen dieses Viertels, das auch Les Forts genannt wird, haben ein ganz besonderes Flair. Ein Spaziergang durch diese Gassen ist fast wie eine Zeitreise. Hier befindet sich auch die Festungsanlage, in die anscheinend teilweise Gebäude hineingebaut wurden.

 

Aber auch die Sträßchen weiter unten sind absolut hübsch, typisch französisch und eine Erkundungstour wert.

Nyons
Nyons

Sobald der Markt beendet ist, kehrt dann auch wieder Ruhe ein. Nun trifft man sich auf ein Glas Weißwein mit Austern, trinkt einen Kaffee oder lauscht der Straßenmusik. Auch wir haben es uns nicht nehmen lassen und haben uns schließlich unter den Arkaden des schönen kleinen Platzes einen Kaffee und ein Glas Weißwein gegönnt.

 

Auf dem Weg zurück zum Wohnmobil haben wir noch einen Stopp im Aromagarten "Jardins des Arômes" eingelegt. Es werden hier Pflanzen für die Gewinnung von ätherischen Ölen, zu medizinischen Zwecken und für Parfum angepflanzt, insgesamt ungefähr 300 verschiedene Arten. Das klang interessant, aber leider muss ich sagen, dass hier alles eher vertrocknet war und keine Aromen zu riechen waren. Schöne Idee, aber zumindest als wir da waren keinen Besuch wert. Einzig die Lavendel-Distillerie-Maschine hat uns einigermaßen fasziniert: Aus 100 kg Lavendel können etwa 0,8 l ätherisches Öl hergestellt werden.

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