Meknès und Volubilis im Norden Marokkos


Meknès

In diesem Artikel möchte ich euch die marokkanische Königsstadt Meknès vorstellen und euch Reisetipps und Informationen zur Stadt und ihren Sehenswürdigkeiten geben, einschließlich der römischen Ausgrabungsstätte Volubilis.

Meknès

In diesem Beitrag stelle ich euch eine weitere tolle Stadt in Marokko vor. Ihr findet in diesem Artikel zahlreiche Informationen zu Lage, Anreise und Sehenswürdigkeiten - alles, was man für die Reisevorbereitung braucht.

 

Wenn euch Marrakesch zu unentspannt ist oder ihr einfach eine schöne, noch recht ursprüngliche Stadt erkunden möchtet, ist das das richtige Ziel für euch. Die Stadt hat viel zu bieten: Interessante Ruinen, Märkte, Parks und - in der Nähe - sogar eine Ausgrabungsstätte.

 

Der Norden Marokkos ist übrigens recht fruchtbar - im Gegensatz zum Süden, der sehr trocken ist - hier wird Obst und Gemüse angebaut. Die Stadt liegt also in einer sehr ertragreichen Region.

Lage und Anreise

Die Lage: Meknès liegt ca. 60 km westlich von Fès und ca. 160 km östlich von Rabat, relativ weit im Norden Marokkos.

 

Die Anreise: Wir sind von Süddeutschland aus nach Fès geflogen und von dort mit dem Zug nach Meknès gefahren. Auch von und nach Rabat sowie von und nach Marrakesch gibt es eine gute Zugverbindung. Tatsächlich fährt der Zug von Fès über Meknès und Rabat nach Marrakesch. Man kann also alle vier Königsstädte mit dem Zug erreichen.

 

Ein Taxi vom Bahnhof Meknès zum Bab Mansour in die Innenstadt kostet ca. 10 Dirham (Dez. 2018). Sehr angenehm: Im Unterschied zu Marrakesch wird hier ganz selbstverständlich der Taxameter angeschaltet.

Sehenswürdigkeiten in Meknès

Das sind die schönsten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Meknès.

Place Lahdime

Dieser Platz entspricht in etwa dem Djemaa el Fna in Marrakesch - nur ist er etwas kleiner. Hier gibt es Restaurants, Geschäfte und die üblichen Schlangenbeschwörer, Affendressierer und Geschichtenerzähler. Der einzige Unterschied - von der Größe einmal abgesehen - ist, dass die Atmosphäre hier deutlich entspannter ist.

 

Abends ziehen auch hier kleine Restaurants und Garküchen auf, wenn auch nicht ganz so zahlreich wie in Marrakesch.

Meknes: Place Lahdime
Meknes

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Tagsüber ist der Platz fast leer, abends trifft sich hier die ganze Stadt. Und sogar von außerhalb kommen unzählige Menschen - die dann stundenlang geduldig anstehen, bis sie endlich einen Platz in einem Grand Taxi finden, mit dem sie wieder nach Hause fahren.

 

Es herrscht auf und um den Platz ein ziemliches Gewusel, Getrommel und Geschrei und ist somit eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Meknès.

 

Am westlichen Rand des Platzes geht es in die Markthalle. Hier wird so ziemlich alles verkauft. Aber Vorsicht: Hier werden durchaus auch mal Tierköpfe zerlegt. Dabei ist man nicht sehr zimperlich.

 

Gegenüber des Place Lahdime befindet sich das bekannte Bab Mansour. Ist es nicht herrlich mit seinen Verzierungen und den bunten Fliesen?

Meknes: Bab Mansour
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Die Souks

Natürlich gibt es auch in Meknès Souks. Direkt vom Place Lahdime aus kann man sich ins Straßengewirr stürzen und auch hier füllen sich die Straßen und Gassen ab dem späten Nachmittag.

 

Interessanterweise werden die Waren hier fast ausschließlich auf Arabisch angeprießen, Ausländer werden überwiegend ignoriert. Uns haben eigentlich nur Restaurantbesitzer bzw. deren Angestellte angesprochen. Eine der wenigen Städte in Marokko, in denen so etwas noch nicht für Touristen "veranstaltet" wird.

Meknes: Souks

Tiefer in den Souks, in den einsameren Straßen, fanden wir es noch interessanter als direkt um den Place Lahdime. Hier haben wir Garnverkäufer mit äußerst interessanten, antik anmutenden Maschinen, alte Paläste und Eisenschmiede gefunden. Auch ein Teppichgeschäft sollten wir uns ansehen, natürlich kostenlos und Eintritt frei - und es war tatsächlich so: Obwohl wir nichts kaufen wollten, konnten wir einfach so wieder gehen.

Souks, Meknes

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Königliche Stallungen und Kornkammer

Seine Blütezeit erlebte die Stadt im 17. Jahrhundert unter der Herrschaft Moulai Ismails. In Meknès ist allerdings vom Königspalast bzw. von der Cité Impériale leider nicht mehr viel übrig. Besichtigen kann man nur die königlichen Stallungen und die Kornkammer (70 Dirham / Person, Dez. 2018). Die Gebäude / Ruinen, die man anschauen kann, sind dafür umso beeindruckender, fanden wir jedenfalls.

 

Auch die Tatsache, dass ein Ausflug zu diesen Attraktionen nicht an jeder Straßenecke angeboten wird, macht diese Sehenwürdigkeiten sogar noch interessanter. Insgesamt fanden wir die Stimmung in der Stadt eher vor-touristisch und noch recht ursprünglich: Es gibt Ruinen und andere sehenswerte Attraktionen, aber sie sind noch nicht so "präpariert".

 

Die Kornkammer und die Stallungen wurden vom Herrscher Moulay Ismail erbaut (bzw. er hat sie erbauen lassen, wohl von ziemlich vielen Sklaven...). Die Kornkammer ist recht gut erhalten, von den königlichen Stallungen stehen nur noch die Wände. Davor befindet sich ein riesiges Wasserbecken.

 

Alles zusammen fanden wir sehr beeindruckend, allein schon der Ausmaße wegen: Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie viele Pferde hier Platz gefunden haben. Und die Kornkammer ist eine riesige Halle mit einigen Nebenräumen.

Königliche Stallungen in Meknès
Kornkammer, Cite imperiale, Meknes
königliche Stallungen, Meknes

Vom Place Lahdime zu den königlichen Stallungen sind es gut 2 km. Ich finde, man kann die Tour durchaus zu Fuß machen, es gibt aber auch Kutschen, die man mieten kann.

 

Ein Teil der Cité Impériale wurde in einen Golfplatz umgewandelt. Auf den Golfplatz selber darf man nicht, aber man kann ein paar Schritte aufs Gelände machen und den schön angelegten Platz bewundern. Außerdem stehen hier noch ein paar Ruinen, die man sich aber nicht genauer anschauen darf.

Weitere Sehenswürdigkeiten

Jardin D'Amour

Ein kleiner, leider nicht sehr gepflegter Park in der Neustadt. Eigentlich nur interessant, weil man einen schönen Blick auf die Stadt hat und man hier ganz wunderbar die einheimischen Jugendlichen beobachten kann. Hier dürfen sogar Frauen Fußball spielen!

 

Medersa Bou Inania

Eine ehemalige Koranschule in der Medina. Auch hier gibt es wieder viele Verzierungen und bunte Fliesen zu bestaunen.

 

Mausoleum von Moulay Ismail

Leider war das Mausoleum geschlossen, als wir dort waren. Anscheinend ist es aber recht prachtvoll.

 

Dar Jamai Museum

Hier ist traditionelles Kunsthandwerk ausgestellt, in einem ehemaligen Palast.

Volubilis: Römische Ausgrabungsstätte

Volubilis ist eine beeindruckende, antike römische Stätte ca. 30 km nördlich von der Stadt (siehe auch Foto ganz oben). Bekannt ist die Stätte vor allem für die tollen Mosaikböden. Wir fanden aber auch die Wasserkanäle beeindruckend: Hier gab es fließend Wasser!

 

Außerdem gibt es einige Bögen, Tempel und Thermen zu sehen.

Volubilis, Marokko

Hier lebten angeblich einmal ca. 10.000 Menschen. Durch die Lage in der sehr fruchtbaren Gegend, kam die gesamte Provinz zu Wohlstand.

 

Ganz in Ruhe kann man hier in Volubilis eine Ölmühle anschauen, ein Forum, mehrere Häuser mit Säulen und zahlreichen beeindruckenden Mosaiken, Thermen und und und. Uns hat es begeistert.

Volubilis
Volubilis
Volubilis bei Meknes

Könnt ihr euch vorstellen, was für eine unglaubliche Arbeit es gewesen sein muss, solch filigrane Mosaike herzustellen? Und sie sind immer noch recht gut erhalten!

Anfahrt nach Volubilis und Eintritt

Die Anfahrt nach Volubilis ist nicht ganz einfach: Wir sind von Meknès aus mit einem Grand Taxi gefahren. Nach harten Verhandlungen einigten wir uns auf 200 Dirham für Hinfahrt nach Volubilis, 2 Stunden Aufenthalt und Rückfahrt nach Meknès. Alternativ kann man mit dem Bus nach Moulay Idris fahren und von dort mit dem Taxi weiter nach Volubilis.

 

Es gibt auch in Volubilis Taxis direkt am Eingang. Laut Aushang kostet hier ein Taxi von Volubilis zurück nach Mèknes 90 Dirham (Dez. 2018).

 

Auch für Volubilis wurde der Eintrittspreis erhöht und beträgt nun 70 Dirham / Person (Stand Dez. 2018).

 

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