Fontaine de Vaucluse: Ein sprudelnder smaragdgrüner Fluss, eine faszinierende Quelle und tolle Berge


Fontaine de Vaucluse

Das Dorf Fontaine de Vaucluse und seine Umgebung sind etwas ganz Besonderes: Ein hübscher, kleiner Ort direkt am Fluss Sorgue, umgeben von beeindruckenden Bergen und mit einer faszinierenden Quelle wenige Meter außerhalb des Dorfes.

 

Die Landschaft hier ist von unglaublicher Schönheit, der Fluss kalt und klar, das Dorf malerisch: Ein besonders schönes Reiseziel.

Fontaine de Vaucluse

Ein kleines Dorf, das etwas versteckt in einem Tal liegt, eigentlich etwas umständlich zu erreichen ist, und dennoch jedes Jahr unzählige Touristen anlockt - das ist Fontaine de Vaucluse. Für die Besucherströme gibt es gute Gründe: Die Landschaft hier ist atemberaubend schön, das Dorf äußerst malerisch, der Fluss Sorgue gehört zu den schönsten des Landes.

 

Würde das allein so viele Besucher anlocken? Vielleicht. Eigentlich ist aber etwas anderes die tatsächliche Attraktion hier: Die Quelle der Sorgue. Hier fließen bis zu 21.000 Liter Wasser pro Sekunde (630 Millionen m3 pro Jahr!) aus der Quelle in den Fluss. Damit gehört sie zu den größten der Welt (gemessen an der Menge des fließenden Wassers).

 

Wenn man Fontaine de Vaucluse in den sozialen Medien sucht, findet man hauptsächlich Bilder der Quelle. Das ein oder andere Foto des Dorfes oder des Flusses gibt es natürlich auch, aber die Quelle der Sorgue dominiert. Ich bezweifle ein bisschen, dass der Ort so bekannt geworden wäre, wenn die Quelle an einer anderen Stelle liegen würde. Und auch wir sind eigentlich deswegen dorthin gereist - und waren dann überrascht von der Schönheit der Natur: Fontaine de Vaucluse - ein sprudelnder smaragdgrüner Fluss, eine faszinierende Quelle und tolle Berge.

 

Fangen wir mit dem Dorf an.

Fontaine de Vaucluse

Ein wirklich kleines Dorf, in dem angeblich fast 600 Menschen wohnen. Ich frage mich allerdings, wo die sich verstecken ;-) Es gibt gefühlt etwa vier Straßen im Ort, einen Kreisverkehr mit der Colonne Pétrarque, Restaurants, Hotels und mehrere Parkplätze. Dominiert wird das Ganze durch den unglaublich schönen, klaren, grünen Fluss Sorgue.

La Sorgue

Wir mussten außerhalb des Dorfes parken - dazu weiter unten mehr - und sind am Fluss entlang zurück nach Fontaine de Vaucluse geradelt. Es lohnt sich absolut, ein bisschen am Fluss entlang zu spazieren oder zu radeln, er ist einfach wirklich wunderschön: Glasklar und smaragdgrün. Aber nicht nur das: Es gibt zudem ein sehenswertes Aquädukt.

Fontaine de Vaucluse Aquädukt

Nachdem wir eine Weile dort gestanden und die Kanufahrer beobachtet hatten, sind wir schließlich ins Dorf geradelt. Kaum angekommen, sind wir durch ein Tor oder eigentlich eher einen kleinen Tunnel in einen Park abgebogen "Les jardins". Von hier hat man einen unglaublich schönen Blick auf den Fluss und das umliegende Gebirge. Was für eine tolle Kulisse!

Für die Reisevorbereitung empfehle ich dir diese Bücher:
Reiseführer Provence* und diesen tollen Bildband von Frankreich: Die schönsten Regionen*.

Fontaine de Vaucluse

Leider hatte ich gerade anscheinend gerade keine Lust, zu fotografieren - bzw. ich war wahrscheinlich einfach zu beeindruckt und vom Auf-Den-Fluss-Schauen abgelenkt, sodass ich vergessen habe, ein Bild davon zu machen. Dieses Foto gibt die tolle Umgebung nur schlecht wieder, der Fluss ist hier breit und wunderschön.

 

Da wir eigentlich die Quelle sehen wollten, sind wir von hier direkt aus dem Ort hinaus und hoch zur Quelle gewandert. Wir sind einfach den Besucherströmen gefolgt. Im Grunde geht man auf der rechten Flussseite am Fluss zurück und ein bisschen bergauf bis zu seinem Ursprung.

 

Ich hatte ja mit wenig Wasser gerechnet, weil wir nun schon länger in der Provence unterwegs waren und uns bewusst war, wir trocken es diesen Sommer anscheinend gewesen war. Aber mit so wenig Wasser hatte ich doch nicht gerechnet, zumal der Fluss selbst recht viel Wasser hatte. Zumindest sah es für uns so aus, aber wir wissen ja auch nicht, wie voll der Fluss um diese Jahreszeit sonst ist. Hier nun also mein Bild von der Quelle der Sorgue:

Fontaine de Vaucluse Quelle

Ja, genau, dieses Loch da, das ist die berühmte Quelle. Hier zum Vergleich ein Stockfoto, ungefähr so sollte sie eigentlich aussehen, jedenfalls im Herbst:

Sorgue Quelle

Schwer vorstellbar, dass es im Frühling sogar passieren kann, dass die Quelle hochkommt und wie ein Wasserfall in die Tiefe stürzt. Wir dagegen konnten uns so spät im Jahr an dieser Stelle nur das trockene Flussbett anschauen.

 

Einige Tauchgänge waren nötig, um das riesige unterirdische Wassernetz einigermaßen zu erforschen. Erst mit einem Tauchroboter konnte eine Tiefe von 308 Metern erreicht werden. Die kühlen Temperaturen des Wassers mit einem besonders guten Sauerstoffgehalt sorgen für ein außergewöhnlich artenreiches Ökosystem. Hier gibt es Enten und Biber, Eisvögel, Graureiher und vieles mehr. Eine wahre Idylle.

 

Obwohl die Quelle kein sichtbares Wasser führte und wir eigentlich nur in ein schwarzes Loch starren konnten, hat uns die Umgebung sehr beeindruckt: Die Quelle liegt von Bergen umgeben an einer mächtigen Steilwand (siehe Foto ganz oben).

 

Und auch die Sorgue selbst führte an sich viel Wasser: Es kommt anscheinend auch weiter unten aus dem Gebirge, jedenfalls sprudelte es überall, frisches Wasser floss aus allen Richtungen in den Fluss. Ein paar Meter von der scheinbar trockenen Quelle entfernt, war der Fluss schön breit, klar, kalt und grün - einfach wunderbar.

An der Quelle der Sorgue
Fontaine de Vaucluse: Sorgue

Fontaine de Vaucluse: Weitere Sehenswürdigkeiten

Auch wir waren ja eigentlich wegen der Quelle dort, mussten dann aber feststellen, dass es in Fontaine de Vaucluse noch viele andere Sehenswürdigkeiten gibt.

 

Man sollte auf jeden Fall mehr Zeit mitbringen als wir und eine Wanderung einplanen. Die Umgebung ist so wahnsinnig schön, hier muss man einfach eine kleine Bergtour machen. Die Hauptsehenswürdigkeit für mich ist die Natur.

 

Aber auch in dem eigentlich winzigen Ort gibt es weitere Sehenswürdigkeiten:

  • Die Kirche Saint-Véran mit Sarkophag und einem Altar aus der Römerzeit.
  • Das Schloss, das etwas oberhalb des Dorfes stand - heute sind leider nur noch Ruinen übrig.
  • Das Aquädukt etwas außerhalb.
  • Die Papiermühle:
    Früher gab es hier mehrere Papierfabriken, die eine wichtige Einkommensquelle für die Bevölkerung in der Gegend waren. Durch die Lage am Fluss ist die Gegend geradezu prädestiniert für diesen Industriezweig. Die einzige noch geöffnete Papiermühle kann besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.
  • Das Museum der Unterwelt:
    Hier kann man sich über Höhlenforschung informieren. Mit lebensgroßen Nachbildungen.
  • Die Museumsbibliothek, die Kunstwerke von Francesco Petrarca und René Char zeigt.

Da Fontaine de Vaucluse mitten in der Provence liegt, sind auch andere sehenswerte Dörfer und Attraktionen nicht weit. Ins schöne L'Isle sur la Sorgue sind es gerade einmal 8 km, nach Avignon etwas über 30 km. Nach Gordes gibt es eine Touristenroute "Route Touristique des Gordes", die am Ortsausgang von Fontaine de Vaucluse ausgeschildert ist. Über die D100A fährt man in ca. 14 km nach Gordes.

 

In ca. 5 km Entfernung liegt das schöne Dorf Saumane-de-Vaucluse: Ein kleines mittelalterliches Dorf, das auf einem Felsen thront und das darunterliegende Tal überblickt. Mit einem Schloss, einer Kirche, Überresten der Stadtmauer, einem Waschhaus und einer Werkstatt für Krippenfiguren gibt es auch hier überraschend viel zu entdecken.

Parken

Es gibt ein paar Parkplätze im und vor dem Ort, die kostenpflichtig sind. Auch entlang der D24 kann außerhalb des Dorfes geparkt werden.

 

Für Wohnmobile gibt es einen Stellplatz, der allerdings voll war, als wir dort waren - obwohl das in der Nachsaison war. Wir haben etwa 2 km außerhalb des Dorfes entlang der D24 geparkt. Dort gibt es einen Seitenstreifen direkt an der Straße, auf dem auch mit Wohnmobilen geparkt werden kann. Zum Übernachten eignet sich dieser allerdings nicht.

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Provence: Fontaine de Vaucluse. Die Quelle der Sorgue.