Indien - Von Delhi nach Hampi mit öffentlichen Verkehrsmitteln - Erlebnisse von zwei alleinreisenden Frauen


Die Anreise von Delhi nach Bangalore in Karnataka mit öffentlichen Verkehrsmitteln:

Nach Delhi, Jaipur und Agra sollte nun Bangalore unser nächster Stop sein.

 

Geplant war, von Delhi nach Bangalore zu fliegen, dort unseren 6-stündigen Aufenthalt zu nutzen, um die Stadt anzuschauen und schließlich den Nachtzug von Bangalore nach Hampi zu nehmen.

 

Vielleicht hört ihr es schon heraus – so ist es nicht ganz gelaufen. Unser Flug von Delhi nach Bangalore hatte 4 Stunden Verspätung. In Bangalore blieb uns somit gerade genug Zeit, vom Flughafen zum Bahnhof zu fahren, uns kurz zu orientieren, wo unser Zug fahren wird und noch schnell etwas zu essen.

 

Das mit dem Essen war allerdings gar nicht so einfach. Wir sind eher planlos - und natürlich alleine, also nur zu zweit - vom Bahnhof aus durch die Straßen gelaufen und haben ein Restaurant gesucht. Auch hier hatten wir zwei alleinreisenden Frauen kein Problem, uns frei zu bewegen und wurden nicht belästigt.

 

Schließlich fanden wir ein Restaurant – allerdings kommen Touristen hier wohl praktisch nie hin. Jedenfalls waren die Speisewahl und die Verständigung dort recht schwierig. Und als das Essen kam, konnten wir es praktisch nicht essen, da es unglaublich scharf war! Eine Messerspitze der Soße mit einem Löffel Reis vermischt war immer noch so scharf, dass meine Lippen bei der geringsten Berührung brannten.

 

Nach dem „Essen“ sind wir wieder zurück zum Bahnhof gelaufen und haben auf unseren Zug gewartet. Dabei hatten wir zum ersten Mal Gelegenheit, Inder beim Zug fahren zu beobachten. Bereits bei der Einfahrt der Züge sprangen die Fahrgäste auf und hängten sich an Fenster und Türen!

 

Wir hatten zum Glück einen Platz reserviert und konnten deshalb ganz normal in unseren Zug einsteigen.

Unsere Erlebnisse auf der Weiterreise mit dem Nachtzug von Bangalore nach Hampi:

Natürlich gibt es auch in Indien unterschiedliche Klassen in den Zügen.

 

Da wir nicht in klimatisierten Touristenabteilen fahren wollten, haben wir ganz „normale“ Plätze im Nachtzug gebucht – die sogenannte „Sleeper Class“.

 

Zum Glück haben wir uns vorher nicht allzu genau informiert, sonst hätten wir wahrscheinlich doch eine andere Klasse gewählt. Im Nachhinein waren wir allerdings froh, so gebucht zu haben – es war ein sehr interessantes Erlebnis.

 

Die „Sleeper Class“ besteht eigentlich nur aus normalen, gepolsterten Bänken. Wenn es Zeit zum Schlafen ist, bekommt jeder Passagier eine solche Bank. Dabei gibt es die unteren Bänke, die tagsüber die normalen Sitzplätze sind und die oberen Bänke, die heruntergeklappt werden.

 

Die „Betten“ waren überraschend bequem, allerdings bekommt man keine Bettwäsche, auch keine Bettdecken. Bei uns war es allerdings auch so warm genug. Ab und zu kam die ein oder andere Kakerlake vorbei – für sehr empfindliche Menschen ist diese Klasse also nichts.

 

Der Zug fährt teilweise sehr langsam, um es Menschen unterwegs zu ermöglichen, auf den Zug aufzusteigen. Diese zugestiegenen Fahrgäste setzen sich dann irgendwo, wo eben gerade Platz ist.

 

So bin ich zum Beispiel einmal aufgewacht und hatte einen mir unbekannten Menschen mit auf meiner Bank sitzen. Als ich mich umdrehen wollte, hat er aber sofort Platz gemacht und sich woanders gesetzt.

Ankunft in Hampi:

In Hampi angekommen, brach wieder Chaos aus. Noch bevor wir im Bahnhof waren, sprangen Rikscha-Fahrer auf den Zug auf und „boten“ ihre Dienste an. Wegen unseren Koffern wollten wir eigentlich lieber ein normales Taxi, es hat sich aber schnell herausgestellt, dass es so etwas in Hampi nicht gibt. Man fährt Rikscha, jedenfalls vom Bahnhof in das Dorf.

 

Der Rikscha-Fahrer, der sich bereits im Zug „an uns gehängt“ hatte, blieb den gesamten Aufenthalt an unserer Seite. Er hat sich recht schnell als angenehmer Zeitgenosse erwiesen, der einfach nur darauf angewiesen ist, innerhalb von wenigen Monaten genügend Geld für ein ganzes Jahr zu verdienen. Und so haben wir ihn für die gesamten 2 Tage gebucht, damit er uns herumfährt und die Sehenswürdigkeiten zeigt.

 

Lest hier meinen Reisebericht zu Hampi.

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